30 Jahre erfolgreiche Vernetzung von und für Frauen mit HIV in NRW
Vor 30 Jahren wurde die Landesarbeitsgemeinschaft Frauen* und HIV/Aids in NRW (LAG) gegründet. Dank dieser erfolgreichen Vernetzung erfahren nahezu landesweit Frauen mit HIV oder Frauen, die mit HIV zu tun haben, Hilfe und Unterstützung, Information und Beratung. In der LAG sind momentan 20 Organisationen untereinander vernetzt. An allen Standorten finden regelmäßig Angebote für Frauen mit HIV statt.
Begonnen hat alles im Oktober 1994, als sich ein kleiner Kreis von Frauen trifft, um Informations- und Arbeitsstrukturen für Frauen mit HIV zu schaffen. Die Frage: Wie können Frauen mit HIV gut informiert, beraten und unterstützt werden? Dazu wurde dann im Sommer 1995 ein erstes landesweites Frauentreffen organisiert- in Oer-Erkenschwick. 30 Frauen kamen, diskutierten, überlegten und entwickelten die Idee einer Landesarbeitsgemeinschaft.
Der Vorstand der Aidshilfe NRW war seinerzeit mit an Bord und förderte die Gründung, die am 16. Dezember 1995 vor 30 Jahren erfolgte. Neben dem fachlichen und inhaltlichen Austausch bietet die LAG seither eine landesweite Vernetzung und gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit für frauenspezifische Angebote in Nordrhein-Westfalen. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die kontinuierliche Qualitätsentwicklung der Frauen- und HIV/Aids-Arbeit in NRW. Die LAG setzt sich aus positiven Aktivistinnen, ehrenamtlich Tätigen sowie hauptamtlichen Mitarbeiterinnen der Aidshilfen und anderer freier Träger und Gruppen mit einem Arbeitsschwerpunkt Frauen* und HIV/Aids zusammen.
Von Anfang an beschäftigte sich die LAG mit Fragen der Schwangerschaft, Geburt und dem Stillen von Kindern. Fortschritte in der Therapie, Erkenntnisse der medizinischen Abläufe und nicht zuletzt gesellschaftliche Entwicklungen trugen zu einer differenzierten und Mutter/Kind-zentrierten Diskussion bei. Dazu passt, dass im Frühjahr die Deutsche AIDS-Gesellschaft (DAIG) und die Österreichische Aids-Gesellschaft eine aktualisierte Leitlinie zur HIV-Therapie in der Schwangerschaft und bei HIV-exponierten Neugeborenen verabschiedet haben. Auch eine Vertreterin der LAG hat an der Erarbeitung dieser Leitlinie mitgewirkt. Im Hinblick auf die Art der Entbindung gibt es keine Änderungen. Frauen mit einer nicht nachweisbaren Viruslast können vaginal entbinden. Zum Stillen hat sich die neue Leitlinie eindeutig positioniert. Frauen mit supprimierter Viruslast können stillen.
Schwangerschaft und Geburt sind nur zwei Beispiele von vielen, wo sich die LAG an aktuellen fachlichen und gesellschaftlichen Diskussionen beteiligt. Sie bündelt Fachwissen, fördert den Austausch und stellt frauenspezifische Prävention in den Mittelpunkt. Die Aidshilfe NRW ist stolz auf die LAG, die in den zurückliegenden 30 Jahren an dieser Stelle Entscheidendes entwickelt und bewirkt hat.
Weitere Informationen unter nrw.aidshilfe.de.
Kontakt:
Aidshilfe NRW e.V. · Lindenstraße 20 · 50674 Köln Dr. Guido Schlimbach · Pressesprecher
Fon 0221-925996-17 · Fax 0221-925996-9 · guido.schlimbach@nrw.aidshilfe.de · nrw.aidshilfe.de
