Wir stellen vor: Annika Grziwotz-Hartwig aus der Aidshilfe im Kreis Unna
Annika ist seit 2013 staatlich anerkannte Erzieherin. Bereits während ihrer Ausbildung lernte sie ihren jetzigen Chef, den Geschäftsführer der Aidshilfe im Kreis Unna, Manuel Izdebski kennen, der sie damals einen Tag lang über die Herausforderungen im Umgang mit HIV aufklärte. Zu diesem Zeitpunkt hätte sie sich wahrscheinlich nicht vorstellen können, dass sie eines Tages im Bereich der Aidshilfe tätig sein würde.
Im Jahr 2017 schloss Annika ihr Studium zur staatlich anerkannten Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin B.A. an der Fachhochschule Dortmund ab. Während des Studiums engagierte sie sich in einem Praktikum bei der “Beratungsstelle für Schwangerschaft, Familie und Sexualität”, wo sie wertvolle Erfahrungen in der Youthworkarbeit sammelte. In dieser Zeit entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Unterstützung von Jugendlichen, insbesondere in den Themen Sexualprävention. Ihr Engagement führte dazu, dass sie sich im Jahr 2016 ehrenamtlich in der Aidshilfe einbrachte.
Bevor Annika hauptamtlich in die Aidshilfe im Kreis Unna eintrat, sammelte sie vielfältige Erfahrungen im Bereich der Jugendhilfe, unter anderem als Bereichsleitung. Seit Januar 2020 ist sie Teil des kleinen, aber engagierten Teams der Aidshilfe im Kreis Unna, das aus ihr, einem Kollegen in der Geschäftsführung sowie einer Teilzeit-Verwaltungskraft besteht. Aufgrund dieser Größe bildet Vernetzung mit anderen XXelle Standorten wie auch eine Bündelung von Ressourcen eine immens große Rolle. Von ihrer Vorgängerin hat Annika daher unter anderem die Verbindung zu XXelle übernommen.
Wie bekannt stellte die Corona-Pandemie auch bei den Aidshilfen alles auf den Kopf. Für Annika persönlich bedeutete dies unter anderem eine verzögerte Einarbeitung, da persönliche Kontakte und Veranstaltungen nur schwer realisiert werden konnten. Dennoch bot das Team wo es möglich war weiterhin persönliche Beratungen an – auch bei bzw. mit Kooperationspartner*innen - oder hielt erfolgreich ein Schnelltest-Angebot für HIV, Hepatitis C und Syphilis aufrecht. Diese Dienstleistung wurde von Männern und Frauen* gleichermaßen angenommen, wobei mittlerweile die Hälfte aller getesteten Personen weiblich sind. Ein Großteil von Annikas Klient*innen stammt aus sozial schwachen Verhältnissen, musste Fluchterfahrungen durchleben oder mit Drogenkonsum kämpfen. Diese Vielfalt an Lebensrealitäten bringt auch eine Vielzahl an Problematiken mit sich, wovon HIV oder/und Aids nur einen Teilaspekt darstellt. Auch aus diesem Grund ist eine Zusammenarbeit bzw. Vernetzung mit diesbezüglichen Organisationen und Ämtern von großer Bedeutung.
Aufgrund eines Beschäftigungsverbots während der Pandemie musste Annika in ihrer Schwangerschaft von 2022 bis 2023 leider eine Pause einlegen. Seitdem nimmt sie nach und nach wieder aktiv an Präsenzveranstaltungen teil und arbeitet daran, ihr Netzwerk (wieder) auf- und auszubauen.
Im November 2025 wurde Annika in den Vorstand der Kreisgruppe des Paritätischen im Kreis Unna gewählt. Mit einer klaren Vision möchte sie für eine Sichtbarkeit der Aidshilfenarbeit sorgen und sicherstellen, dass die wertvolle Arbeit nicht von angrenzenden Bereichen und Einrichtungen übersehen wird. Für das kommende Jahr sind bereits erste Projekte geplant, die Annika mit Leidenschaft und Engagement vorantreiben möchte.
In der kleinen Aidshilfe im Kreis Unna trägt Annika Verantwortung in annähernd allen Arbeitsbereichen. Ihr Aufgabengebiet umfasst die Beratung und Begleitung von Klient*innen sowie die präventive Arbeit in Schulen, im Bereich Drogen und Haft. Im Haftbereich – so sagt sie – begegnen ihr Frauen* jedoch nur im Justizvollzugskrankenhaus, so dass es hier nicht mehr allein um Prävention geht. Darüber hinaus koordiniert sie den Einsatz der ehrenamtlich tätigen Mitarbeitenden und ist zudem noch Ansprechperson für Schnelltests und Frauen*arbeit.
Annika hat neben den wertvollen Kontakten von ihrer Vorgängerin auch den Klient*innenstamm übernommen und pflegt den Kontakt zu denjenigen, die Bedarf haben. Die Unterstützung der Klient*innen reicht von Hilfe bei Anträgen bis zu einem offenen Ohr für persönliche Gespräche. Viele ihrer Klient*innen sind jedoch nur vorübergehend an die Aidshilfe gebunden, da mit einer HIV-Diagnose, sofern keine weiteren psychischen Probleme oder Diskriminierungen vorliegen, in der Regel mittlerweile gut gelebt werden kann.
Aktuell engagiert sich Annika verstärkt in der regionalen Vernetzung XXelle Ruhrgebiet. Auch wenn sie aufgrund des oben Gesagten wenig hineintragen kann, so nutzt sie die Gelegenheit, von ihren Kolleginnen zu lernen und deren Erfahrungen in ihre Arbeit einzubeziehen. Der kollegiale Austausch ist für Annika von großer Bedeutung, denn sie ist überzeugt, dass immer Raum für neues Wissen und kreative Ideen besteht. Und ganz wichtig: Sie weiß, dass sie bei XXelle Ruhrgebiet mit ihren Anliegen immer willkommen ist!
