Gerechte Gesundheitsversorgung
Migrationsbezogene Arbeit verstehen wir als festen Bestandteil einer gerechten Gesundheitsversorgung und als Querschnittsaufgabe, die alle Bereiche unserer Arbeit durchzieht. Sie basiert auf einer intersektionalen Perspektive, die unterschiedliche Lebensrealitäten, Diskriminierungserfahrungen und ungleiche Zugänge zu Gesundheitsangeboten berücksichtigt. Unser Anspruch ist es, Angebote so zu gestalten, dass sie zugänglich, mehrsprachig und an den tatsächlichen Bedarfen der Menschen orientiert sind.
Ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit ist die enge Zusammenarbeit mit Menschen mit Migrationsgeschichte und Fluchterfahrung. Ihre Perspektiven und Erfahrungen fließen kontinuierlich in die Entwicklung unserer Angebote ein und ermöglichen es, Lebensrealitäten differenziert zu verstehen und wirksam zu adressieren.
Leitend ist für uns der Ansatz der strukturellen Prävention. Das bedeutet, nicht nur individuelles Verhalten in den Blick zu nehmen, sondern auch gesellschaftliche Rahmenbedingungen zu verändern. Dazu gehört insbesondere, Zugangsbarrieren abzubauen, diskriminierungssensible Strukturen zu stärken und aktiv gegen strukturelle Benachteiligung sowie Alltagsrassismus vorzugehen.
Unser Handeln orientiert sich an Empowerment, Antidiskriminierung und Teilhabe. Ziel ist es, migrationsbezogene Perspektiven langfristig zu stärken und nachhaltig in die Gesundheitsarbeit zu integrieren.
Landesarbeitsgemeinschaft Migration und Gesundheit
Die Landesarbeitsgemeinschaft Migration und Gesundheit ist das fachliche Gremium der Aidshilfe NRW im Themenfeld Migration und Gesundheit. Sie bündelt Wissen, Erfahrungen und Perspektiven aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen und trägt zur Weiterentwicklung der Arbeit in NRW bei.
Im Mittelpunkt steht die systematische Zusammenführung von Erfahrungen und Bedarfen aus der Praxis. Diese werden aufgegriffen, eingeordnet und für die Weiterentwicklung nutzbar gemacht. So entsteht ein gemeinsamer Rahmen, in dem Perspektiven sichtbar werden, fachlich gestärkt und dauerhaft in die Gesundheitsarbeit eingebracht werden. Auf Landesebene entsteht dadurch eine verbindende Struktur, die die Qualität und Wirksamkeit langfristig unterstützt.

MiSSA NRW
Ein Vernetzungsprojekt von, mit und für Menschen aus den Ländern südlich der Sahara in Afrika, die sich mit Förderung von Gesundheit und HIV-Prävention beschäftigen.

PRADI NRW
Ein Netzwerk für schwule Männer und andere Männer, die Sex mit Männern* haben, mit Migrationsgeschichte rund um die Themen Prävention, Antidiskriminierung und Integration.