Große Trauer um Manuela Brandt
Mit großer Trauer nimmt die Aidshilfe NRW Abschied von Manuela Brandt, die bereits im Juni nach schwerer Krankheit verstorben ist. Mit ihr verliert der Landesverband eine engagierte Kollegin, die über viele Jahre mit großem persönlichen Einsatz, hoher fachlicher Kompetenz und beeindruckender Beharrlichkeit die Arbeit der Aidshilfe Westmünsterland und darüber hinaus geprägt hat.
Seit 2007 war Manuela Brandt die einzige hauptamtliche Mitarbeiterin der Aidshilfe Westmünsterland in Ahaus. Sie war über viele Jahre zugleich Beraterin, Präventionsfachkraft, Netzwerkerin, Organisatorin und Geschäftsstellenleiterin in einer Person, eine "One-Woman-Show", wie sie oft bemerkte. In einer ländlich geprägten Region mit weiten Wegen, begrenzten Ressourcen und häufig erschwertem Zugang zu HIV-spezialisierter Versorgung gelang es ihr, ein verlässliches Unterstützungsangebot für Menschen mit HIV sowie für weitere Zielgruppen der Aidshilfe aufrechtzuerhalten. Sie begegnete den Menschen mit Respekt, Empathie und großer Herzlichkeit und war für viele eine wichtige Vertrauensperson.
Besonders am Herzen lagen ihr die Frauen mit HIV aus dem weiteren Umland, ihre Vernetzung sowie die Präventionsarbeit in den Bereichen Sexarbeit und Youthwork. Weit über ihre eigene Einrichtung hinaus engagierte sie sich deshalb in den Strukturen der Aidshilfe NRW. Viele Kolleg*innen kannten sie aus XXelle Westfalen, den Fachtreffen Sexarbeit, den Youthwork-Treffen oder auch von den Mitgliederversammlungen der Aidshilfe NRW, bei denen sie die Aidshilfe Westmünsterland oft vertrat und mehrfach die Tagungsleitung übernahm. Kollegialer Austausch, gegenseitige Unterstützung und die Vernetzung innerhalb der Aidshilfe waren für sie selbstverständlicher Teil ihrer Arbeit.
Die Herausforderungen einer kleinen Aidshilfe kannte Manuela Brandt wie kaum eine andere. Dass die Arbeit dennoch in ihrer ganzen Breite möglich war, ist auch ihrem außergewöhnlichen Engagement zu verdanken, Menschen für das Ehrenamt zu begeistern. Dabei gelang ihr etwas Besonderes: Auch ihre Kinder Merét und Joél engagierten sich über viele Jahre mit großer Selbstverständlichkeit in der Aidshilfe Westmünsterland und übernahmen Verantwortung in Projekten, Veranstaltungen und der täglichen Arbeit. Für dieses beispielhafte ehrenamtliche Engagement wurden sie später von der Aidshilfe NRW mit dem Ehrenamtspreis „merk|würdig“ ausgezeichnet – eine Würdigung, die zugleich den unermüdlichen Einsatz Manuelas für eine lebendige Kultur des Ehrenamts sichtbar machte.
Wer Manuela begegnete, erlebte eine Kollegin mit großem Erfahrungsschatz, klarem Blick und bemerkenswerter Souveränität. Sie wusste um die Grenzen des Machbaren, verlor aber nie den Mut, neue Wege zu suchen und für die Menschen da zu sein, die Unterstützung benötigten. Ihr Wirken hat die Aidshilfe Westmünsterland ebenso geprägt wie die Zusammenarbeit innerhalb der Aidshilfe NRW.
Unser Mitgefühl gilt ihrer Familie, ihren Freund*innen, den Ehrenamtlichen sowie den Vorstandsmitgliedern der Aidshilfe Westmünsterland. Wir sind dankbar für alles, was Manuela Brandt für die Aidshilfe in Nordrhein-Westfalen geleistet hat. Ihr Engagement, ihre Menschlichkeit und ihre Verbundenheit mit den Menschen werden in Erinnerung bleiben.
