Ministerpräsident Hendrik Wüst verleiht Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen
15 Menschen, die sich in besonderer Weise für ein offenes, vielfältiges und respektvolles Miteinander in Nordrhein-Westfalen einsetzen und damit auch die Gleichberechtigung queerer Menschen stärken, darunter langjährige Unterstützer*innen der Aidshilfe NRW, wurden von Ministerpräsident Hendrik Wüst mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Mit dem Verdienstorden ehrt die Landesregierung traditionell den herausragenden Einsatz für das Gemeinwohl und das Land NRW.
Ministerpräsident Hendrik Wüst sagte: „Die 15 neuen Trägerinnen und Träger des Verdienstordens des Landes Nordrhein-Westfalen setzen sich auf ganz unterschiedliche Weise für ein respektvolles, offenes und diskriminierungsfreies Miteinander in Nordrhein-Westfalen ein. Sie schaffen Sichtbarkeit und Teilhabe und stoßen so gesellschaftliche Debatten an. Damit tragen sie dazu bei, dass unterschiedlichste Lebensrealitäten selbstverständlich ihren Platz in unserer Gesellschaft haben. Mit klarer Haltung und großem persönlichem Einsatz stärken sie den Zusammenhalt und zeigen, wie wichtig Respekt, Gleichberechtigung und gegenseitige Anerkennung für unser Zusammenleben sind. Sie sind Vorbilder, denen unser tief empfundener Dank und unsere höchste Anerkennung gilt.“
Mit dem Landesverdienstorden wurden ausgezeichnet:
Volker Beck, langjähriger Bundestagsabgeordneter, engagiert sich im LSVD+-Verband Queere Vielfalt, in der Hirschfeld-Eddy-Stiftung, der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld sowie im Tikvah Institut.
Carolina Brauckmann, politisch engagierte Liedermacherin, setzte sich über viele Jahre im rubicon für die Gleichstellung vielfältiger Lebensformen ein, zuletzt koordinierte sie in der „lesbischen ALTERnative“ Angebote für lesbische Frauen über 50.
Hans W. Geißendörfer initiierte 1985 gemeinsam mit dem WDR die TV-Dauerserie „Lindenstraße“, die gesellschaftliche Themen wie AIDS und gleichgeschlechtliche Beziehungen früh im deutschen Fernsehen aufgriff.
Ricarda Hofmann ist Moderatorin und Autorin. Mit ihrem Podcast „Busenfreundin“ schafft sie seit 2018 Sichtbarkeit für die LSBTIQ*-Community und fördert gesellschaftliche Debatten.
Peter Hölscher engagiert sich besonders für die Gleichstellung queerer Menschen mit Behinderung. Er prägt das Projekt LSBTIQ*inklusiv, ist Vorstandsmitglied des Queeren Netzwerks NRW und ist Delegierter des Inklusionsbeirats des Landes NRW.
Heike Kivelitz prägte die Fusion der LAG Lesben in NRW mit dem Queeren Netzwerk NRW, deren Vorstand sie angehört, und engagiert sie sich außerdem im Vorstand der ARCUS Stiftung.
Reinhard Klenke war Mitbegründer der Aidshilfe Paderborn und des Schwulen Netzwerks NRW, er gehörte zu den Organisatoren des ersten Kölner Christopher Street Day (CSD), war stellvertretender Landesgeschäftsführer der Aidshilfe NRW und engagiert sich in der ARCUS-Stiftung, zeitweise als Vorsitzender.
Ralph Morgenstern setzt sich als Schauspieler für eine vielfältige Darstellung der LSBTIQ*-Community ein und wirkt stereotypen Rollenbildern entgegen. Er ist Schirmherr des gemeinnützigen Online-Portals „PINK.LIFE“ für queere Kunst, Kultur und Performance.
Jochen Saurenbach zählt seit den siebziger Jahren zu den prägenden Persönlichkeiten der Kölner LSBTIQ*‑Community als Aktivist, Organisator und Publizist. Viele Jahre engagierte er sich ehrenamtlich für die Aidshilfe Köln.
Reinhard Schmidt engagiert sich seit den 1970er Jahren in der queeren Community – von der Homosexuellen Aktionsgruppe Bochum über die Aidshilfe Düsseldorf bis hin zum Förderkreis „Heartbreaker“ und dem Bildungs- und Antidiskriminierungsprojekt SCHLAU NRW.
Steffen Schwab engagierte sich zunächst bei der Schwulen Initiative Siegen, später viele Jahre im Vorstand des Queeren Netzwerks NRW und begleitete als dessen Vorstandsvorsitzender die Gründung und Entwicklung der ARCUS-Stiftung, in der er Vorsitzender des Stiftungsrates ist.
Erik Tenberken trug gemeinsam mit der Aidshilfe Köln, der Deutschen AIDS-Gesellschaft sowie Partnern aus Medizin und Pharmaindustrie zur Entwicklung lebenswichtiger Infusionslösungen bei. Später entwickelte er ein bundesweit prägendes Konzept zur Etablierung der HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) als Kassenleistung.
Georg Uecker wurde insbesondere durch seine Rolle als Dr. Carsten Flöter in der „Lindenstraße“ bekannt und war Teil des ersten gleichgeschlechtlichen Kusses im deutschen Vorabendprogramm. Seit den 1980er Jahren engagiert er sich für die queere Community, insbesondere in der HIV‑ und AIDS‑Aufklärung und gegen Stigmatisierung.
Marcus Velke-Schmidt engagiert sich im Centrum Schwule Geschichte e.V., dessen Vorstand er seit 2012 – zeitweise als Vorsitzender – angehört. Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Dokumentation und Bewahrung queerer Lebensgeschichten. Er arbeitet zudem für die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld und unterstützt nach Inkrafttreten des Rehabilitierungsgesetzes 2017 die Beratung und Begleitung Betroffener.
Claus Vinçon engagiert sich seit vielen Jahren öffentlich für Aufklärung, Prävention und gesellschaftliche Vielfalt. Als Botschafter der Herzenslust-Kampagne und Kuratoriumsmitglied der Aidshilfe NRW setzt er sich insbesondere für HIV/AIDS-Prävention bei schwulen und bisexuellen Männern ein.
Weitere Informationen über die Ordensverleihung und die Preisträger*innen findest du unter land.nrw.
