HIV-Therapie: Was ist, wenn die Zahl der HIV-Kopien („Viruslast“) über die Nachweisgrenze steigt?
Menschen mit HIV lassen in regelmäßigen Abständen ihre Laborwerte kontrollieren. Besonders wichtig ist dabei die Menge an HIV-Erbmaterial im Blut, die sogenannte Viruslast (Englisch: viral load). Übliche Tests können heute 20 bis 50 Kopien HIV-RNA pro Milliliter Blut zuverlässig nachweisen. Liegt die Zahl darunter, wird das Ergebnis als „nicht nachweisbar“ oder „unter der Nachweisgrenze“ angegeben.
Umso größer ist oft die Verunsicherung, wenn nach längerer Zeit plötzlich beispielsweise 60, 80 oder 120 Kopien/ml gemessen werden. Vermehrt HIV sich wieder? Versagt die Therapie?
Die wichtigste Antwort: Ein einzelner, niedriger Wert oberhalb der Nachweisgrenze bedeutet in aller Regel noch kein Therapieversagen. Entscheidend ist, ob die Viruslast bei einer Kontrollmessung wieder unter der Nachweisgrenze liegt oder ob sie dauerhaft erhöht bleibt.
Niedrige messbare Werte können verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel technische oder statistische Faktoren, aber auch eine tatsächliche Zunahme der HIV-Kopien aufgrund von Problemen mit der Einnahme oder Aufnahme der Medikamente, Wechselwirkungen oder – in besonderen Fällen – die Freisetzung von Virus aus langlebigen HIV-infizierten Zellklonen. Wichtig ist vor allem der Verlauf.
Weitere Infos zum Thema findest du in dem Artikel von Siegi Schwarze unter magazin.hiv.
