NGOs fordern: Communitygeführte HIV-Prävention in der EU aufrechterhalten!
Die EU-Kommission muss einen erneuerten Aktionsplan zu HIV auflegen, communitygeführte HIV-Prävention nachhaltig finanzieren und auch weltweit Verantwortung übernehmen, so eine gemeinsame Erklärung. Europa ist nicht auf Kurs, um die HIV-Epidemie als Bedrohung der öffentlichen Gesundheit zu beenden, und muss dringend umsteuern.
Dies erklärt die Koalition für eine europäische HIV-Antwort (Coalition for a European HIV Response, C4EHR) in der Erklärung Europe’s Unfinished Epidemics: Sustaining Community-Led HIV Response in Times of Crisis, auf Deutsch etwa „Europas unbewältigte Epidemien: Communitygeführte HIV-Prävention in Krisenzeiten aufrechterhalten“.
Die in der Koalition zusammengeschlossenen 16 NGOs, darunter die Internationale Aids-Gesellschaft (IAS), die Europäische Aids-Gesellschaft (EACS) und die Deutsche Aidshilfe, fordern die EU-Abgeordneten und die EU-Kommission auf, dringend für kontinuierliche und planbare Finanzmittel für communitygeführte HIV-Prävention zu sorgen.
Die Erklärung fordert einen erneuerten Aktionsplan zu HIV und anderen übertragbaren Krankheiten, eine nachhaltige EU-Finanzierung für communitygeführte HIV-Prävention und eine Stärkung der Führungsrolle der EU bei der weltweiten HIV-Eindämmung. Sie kann unter diesem Link (auf Englisch) gelesen und mitunterzeichnet werden. Eine Übertragung der Erklärung ins Deutsche findest du hier.
Hintergrund
Die aktuellen Zahlen des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) sprechen eine deutliche Sprache: Europa verfehlt nach wie vor die Ziele bei der Eindämmung der HIV-Pandemie.
- Die Zahl der HIV-Neuinfektionen in der WHO-Region Europa (zu der auch Russland und die Ukraine gehören) ist von 2010 bis 2022 um 5 % gestiegen, statt um 75 % zu sinken.
- Die Zahl der HIV-bedingten Todesfälle ist in dieser Zeit um 37 % gestiegen.
- Nur bei 70 % der Menschen mit HIV ist die Virusvermehrung komplett unterdrückt – weit weniger als das Ziel von 86 %.
