Tausende demonstrieren beim Queer March in Köln
Zwei Wochen nach dem tödlichen Anschlag auf den Berliner CSD sind am Sonntag in Köln tausende Menschen für die Rechte und Sicherheit queerer Menschen auf die Straße gegangen. Der „Queer March“ führte unter dem Motto „Haltung ist hot“ von der Deutzer Werft durch die Innenstadt bis zum Friesenplatz. Das Kölner Bündnis, zu dem unter anderem die Aidshilfe Köln und ColognePride gehören, hatte die Demonstration als Reaktion auf den Anschlag organisiert.
Die Veranstalter sprechen von rund 10.000 Teilnehmenden, die Polizei von 4.000 bis 5.000. Viele Menschen kamen mit Regenbogenfahnen und Schildern, um ein Zeichen gegen Queerfeindlichkeit, Hass und Gewalt zu setzen. Trotz des ernsten Anlasses war die Stimmung entschlossen und kämpferisch. Botschaften wie „Trauer, Wut, Widerstand“ und „My love is stronger than your hate“ prägten die Demonstration.
Der Anschlag in Berlin hat bei vielen queeren Menschen Ängste verstärkt. Gleichzeitig betonten Demonstrierende, dass sie sich nicht einschüchtern lassen wollen. Die Bedrohung werde nicht nur durch extremistische Gewalt sichtbar, sondern auch durch alltägliche Queerfeindlichkeit und Beleidigungen. Gerade deshalb sei es wichtig, sichtbar zu bleiben, zusammenzustehen und für die eigenen Rechte einzutreten.
Auf der Kundgebung wurde von Bund, Ländern und Kommunen ein nachhaltiger Schutz queeren Lebens gefordert. Queere Menschen müssten sich frei und sicher bewegen können – nicht nur bei großen Veranstaltungen, sondern überall im Alltag. Auch bestehende kommunale Strukturen für queere Belange müssten weiter ausgebaut und gestärkt werden.
Die große Beteiligung am Queer March zeigt: Die Bedrohung führt nicht zum Rückzug. Im Gegenteil. Die queere Community und ihre Unterstützer*innen machen deutlich, dass sie ihre Freiheit, Sichtbarkeit und Rechte verteidigen werden. Die Aidshilfe NRW unterstützt diesen Einsatz für eine offene, vielfältige und solidarische Gesellschaft und steht an der Seite der Menschen, die sich gegen Queerfeindlichkeit und Gewalt engagieren.
