Welt-AIDS-Konferenz: Fortschritte sichern, Versorgung verbessern
Anlässlich der Welt-AIDS-Konferenz in Rio de Janeiro richtet sich der Blick nicht nur auf die weltweiten Herausforderungen im Kampf gegen HIV, sondern auch auf die Situation in Deutschland. Während international vor Rückschritten durch sinkende Finanzierungszusagen gewarnt wird, zeigen sich auch hierzulande weiterhin erhebliche Versorgungslücken.
Im WDR 5 Morgenecho spricht Torben Beimann, die Fachliche Leitung der Beratung und Information sowie Leitung des Frauen- und Familienzentrum der Aidshilfe Köln, über die Erfahrungen aus der täglichen Beratungsarbeit. Dabei macht er deutlich, dass medizinische Fortschritte allein nicht ausreichen. Zwar stehen heute hochwirksame Therapien zur Verfügung, doch nicht alle innovativen Medikamente gelangen auf den Markt und erreichen Patient*innen in Deutschland – unter anderem aus wirtschaftlichen Gründen.
Ein weiteres großes Problem sind Spätdiagnosen. Noch immer erfahren viele Menschen erst dann von ihrer HIV-Infektion, wenn das Immunsystem bereits erheblich geschwächt ist. Frühzeitige Testangebote und niedrigschwellige Beratung bleiben deshalb zentrale Bausteine der HIV-Prävention.
Beimann berichtet außerdem von den anhaltenden Folgen von Stigmatisierung und Diskriminierung. Menschen mit HIV erleben Benachteiligungen im Alltag und immer wieder auch im Gesundheitswesen. Solche Erfahrungen können dazu führen, dass notwendige medizinische Versorgung oder Tests aus Angst vor Ausgrenzung hinausgezögert werden.
Das vollständige Interview beim WDR 5 Morgenecho findest du unter wdr.de.
Die Welt-AIDS-Konferenz bringt noch bis Ende der Woche Wissenschaft, Politik, Communitys und zivilgesellschaftliche Organisationen aus aller Welt zusammen. Im Mittelpunkt stehen die Sicherung der bisherigen Erfolge im Kampf gegen HIV, der Zugang zu Prävention und Behandlung sowie der entschlossene Einsatz gegen Stigmatisierung und Diskriminierung.
Weitere Infos zur Welt-Aids-Konferenz findest du unter iasociety.org/conferences.
