XXelle Newsletter | Januar 2026
Liebe Leser*innen!
Die Aidshilfe NRW und ihre Mitgliedsorganisationen setzen sich seit jeher für Chancengleichheit im Gesundheitswesen ein. Im Hinblick auf unsere Zielgruppen stellen wir jedoch fest, dass der Zugang zur Gesundheitsversorgung auch in NRW für Teile der Bevölkerung eingeschränkt oder gar nicht möglich ist. In Zusammenarbeit mit Politik, Wohlfahrtsverbänden, Kostenträgern und kooperierenden Organisationen verfolgen wir Strategien, um Gesundheitsförderung und medizinische Versorgung für Menschen mit niedrigem Einkommen, lückenhaftem Versicherungsschutz oder kulturellen Barrieren zu erleichtern oder überhaupt erst zu ermöglichen.
Eine Veranstaltung, bei der wir mit vielen Kolleg*innen und Partner*innen ins Gespräch kommen konnten, war Mitte Januar der Empfang „Gesund. Gerecht. Sozial gerechte Gesundheitsversorgung” der Grünen-Fraktion im Düsseldorfer Landtag. Bei dieser Veranstaltung sprachen unter anderem NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann und die Fraktionschefin der Grünen, Wibke Brems.Im Mittelpunkt des Empfangs stand das persönliche Gespräch mit den anderen Gästen. Es ist sehr wertvoll, über die Partei- und Fraktionsgrenzen hinweg mit Landespolitiker*innen sowie den Kolleg*innen im Rahmen des Paritätischen NRW und anderer Organisationen im kontinuierlichen Austausch zu stehen. Darüber hinaus werden auch neue Kontakte hilfreich sein, um weiter über die Stärkung niedrigschwelliger Angebote und den Abbau von Diskriminierung in der Gesundheitsversorgung ins Gespräch zu kommen. Beispielsweise konnten wir den Kontakt in die Hebammenwissenschaft erneuern und werden diesen mit der LAG Frauen* und HIV/Aids in NRW weiter vertiefen.
Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre unseres Newsletters
Petra Hielscher und Guido Schlimbach
Frauen und HIV/Aids
Aidshilfe NRW
30 Jahre erfolgreiche Vernetzung von und für Frauen* mit HIV in NRW
Vor 30 Jahren wurde die Landesarbeitsgemeinschaft Frauen* und HIV/Aids in NRW (LAG) gegründet (wir berichteten). Dank dieser erfolgreichen Vernetzung erfahren nahezu landesweit Frauen* mit HIV oder Frauen*, die mit HIV zu tun haben, Hilfe und Unterstützung, Information und Beratung. In der LAG sind momentan 20 Organisationen untereinander vernetzt. An allen Standorten finden regelmäßig Angebote für Frauen* mit HIV statt. Eine Presseinformation der Aidshilfe NRW dazu lesen Sie unter nrw.aidshilfe.de.
STIKO empfiehlt Herpes Zoster-Impfung für über 18jährige mit erhöhtem Risiko
Die STIKO, die Ständige Impfkommission in Deutschland, hat ihre Herpes Zoster (HZ)-Indikationsimpfempfehlung angepasst und empfiehlt die Impfung mit einem Totimpfstoff zukünftig für Personen ab 18 Jahren mit erhöhter Gefährdung, an HZ zu erkranken. Ziel ist es, die Häufigkeit von HZ zu reduzieren sowie Komplikationen und HZ-Folgeerkrankungen (z. B. post-herpetische Neuralgien, PHN) zu verhindern. Die neue Indikationsimpfempfehlung gilt für Personen ab 18 Jahren und ersetzt die bisher gültige Indikationsimpfempfehlung, die für Personen über 50 Jahre galt. Für immunsupprimierte Personen, für Personen mit Autoimmunerkrankungen sowie für Personen mit schweren Ausprägungen von spezifischen chronischen Grunderkrankungen besteht unabhängig vom Alter ein erhöhtes Risiko, an HZ zu erkranken. Im Vergleich zu Immungesunden haben diese Personen ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe sowie für HZ-Rezidive und Folgeerkrankungen wie PHN. Ausführliche Informationen dazu finden Sie im Epidemiologischen Bulletin des Robert Koch-Instituts (RKI) unter rki.de.
Elektronische Patientenakte (ePA) wird kaum genutzt
95 Prozent der gesetzlichen Versicherten wissen, was die ePA ist. Aktiv genutzt wird sie aktuell aber kaum. Das zeigt das Datenbarometer der Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, welches regelmäßig Umfragen zu Datenschutzthemen durchführt. Seit Januar 2025 haben alle gesetzlich Versicherten von ihrer Krankenkasse eine Akte eingerichtet bekommen. Sieben Prozent der Befragten geben an, dem widersprochen zu haben – mehr als die Hälfte davon wegen Datenschutz- und Sicherheitsbedenken. Zwölf Prozent haben die ePA aktiv eingerichtet und seien damit potenziell als aktive Nutzer zu bezeichnen. 79 Prozent sieht die Umfrage als passive Nutzer. Das könnte sich allerdings bald ändern. Denn 45 Prozent der Befragten geben an, die ePA innerhalb der nächsten sechs Monate aktiv verwenden zu wollen. Hauptgründe dafür, das bisher nicht getan zu haben, sind fehlender Bedarf (42 Prozent) und Zeitaufwand der Aktivierung (26 Prozent). Das konkrete Wissen über die Akte ist ausbaufähig: So wissen nur 36 Prozent, dass sie Dokumente selbst aus der ePA entfernen können. 43 Prozent haben den Irrglauben, die Akte werde erst mit ihrer Registrierung und Nutzung eingerichtet. Mögliche zukünftige Funktionen stoßen bei den Versicherten auf breite Zustimmung: Eine leicht verständliche Darstellung von Behandlungsergebnissen würden 93 Prozent begrüßen, die digitale Version des Impfpasses finden 88 Prozent gut und auch eine automatische Auswertung der Gesundheitsdaten zur Ableitung von Aussagen zu möglichen Krankheitsbildern sehen 71 Prozent positiv. Die Umfrageergebnisse im Detail lesen Sie unter bfdi.bund.de.
Klinische Studien setzen im Jahr 2026 neue Maßstäbe
Weltweit laufen klinische Studien, deren Ergebnisse die Medizin nachhaltig verändern könnten – von neuen Impfstoffen gegen Infektionskrankheiten über immer präzisere Immuntherapien in der Krebsbehandlung bis hin zu innovativen Gen- und Stammzelltherapien. In Nature Medicine haben Experten aus unterschiedlichen Fachrichtungen einige Arbeiten zusammengestellt, von denen sie sich besonders weitreichende therapeutische Durchbrüche erhoffen. Details lesen Sie unter deutsch.medscape.com.
pro familia Position zu Sexarbeit und Prostitution
Auch der pro familia Bundesverband hat sich zu Sexarbeit und Prostitution positioniert. Er betont die Rechte der Betroffenen und fordert Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Lebensbedingungen. Pro familia betont die Komplexität der Rahmenbedingungen in der Sexarbeit und lehnt einfache Lösungen oder Modelle wie das sogenannten „Nordische Modell“, ab. Zentral ist, dass die Debatte um Schutz vor Ausbeutung alle Betroffenen einbezieht und die unterschiedlichen Motivationen für die Ausübung von Sexarbeit erkannt werden. Pro familia bestätigt, dass Sexarbeit auch als selbstbestimmte Tätigkeit betrachtet werden kann, die rechtlich anerkannt ist und nicht mit Zwang oder Menschenhandel gleichgesetzt werden sollte. Das Positionspapier des pro familia Bundesverbands finden Sie unter profamilia.de.
EU-Parlament unterstützt Bürgerinitiative “My Voice, My Choice”
Mitte Dezember 2025 hat das Europäische Parlament über die Bürgerinitiative "My Voice, My Choice" für sichere und zugängliche Schwangerschaftsabbrüche abgestimmt und sie mit überwältigender Mehrheit unterstützt. Die Initiative will erreichen, dass es auf EU-Ebene eine finanzielle Unterstützung für Mitgliedsstaaten gibt, die sichere Schwangerschaftsabbrüche für jede Frau in Europa, die noch keinen Zugang hat, ermöglicht. Eine deutliche Mehrheit von 358 Abgeordneten stellte sich hinter die 1,1 Millionen Menschen, die diese Initiative unterzeichnet haben. Jetzt muss die Europäische Kommission handeln und dazu beitragen, dass alle Frauen in Europa einen leichten Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen haben. Bis zum 2. März 2026 muss die Kommission darlegen, was die EU unternehmen wird. Zwei Jahre hat "My Voice, My Choice" Unterschriften gesammelt und Unterstützer*innen im Europäischen Parlament gesucht. Der Bürgerinitiative gehören mehr als 150 Organisationen aus allen EU-Staaten an. Weiter Informationen finden Sie unter .myvoice-mychoice.org.
Wir stellen vor: Annika Grziwotz-Hartwig aus der Aidshilfe im Kreis Unna
Bereits seit Januar 2020 ist Annika Teil des Aidshilfeteams: eine erfahrene Sozialarbeiterin, die im Kreis Unna für die Belange ihrer Klientinnen und Klienten vielseitig aktiv ist, Brücken baut, Jugendliche stärkt und darüber hinaus für eine nachhaltige Vernetzung und Kommunikation nach innen und außen sorgt. Von der Pandemie bis zur Vorstandschaft – ihr Weg zeigt, wie facettenreich Engagement aussehen kann. Erfahren Sie, woher sie kommt, was sie antreibt und wie ihre weiteren Pläne in der Aidshilfe im Kreis Unna aussehen. Den Artikel finden Sie unter xxelle-nrw.de.
7. bis 8. Februar 2026 | Berlin
Was wir in der Community für unsere psychische Gesundheit tun können
Die DAH bietet ein praxisorientiertes Grundlagenseminar für LGBTIQ+ Multiplikator*innen an, die in ihren Communitys eigene Unterstützungsangebote entwickeln und umsetzen wollen. Es geht um Wissen, Positionierung und konkrete Handlungsmöglichkeiten für den Alltag: mit Herz, Haltung und Lust etwas bewegen. Psychische Gesundheit ist ein Thema, das uns alle betrifft. Doch was können wir konkret tun, um andere zu unterstützen – und uns selbst dabei nicht aus dem Blick zu verlieren? Themen sind z. B. Umgang mit Stress, Resilienz, Selbstmanagement, Nervensystem, sichere Arbeitsatmosphäre etc., entsprechende Übungen sind inkludiert. Weitere Informationen finden Sie unter seminar.aidshilfe.de.
12. bis 15. Februar 2026 | Waldschlösschen
Positiven-Universität
Die Positivenuni findet im Rahmen der bundesweiten Positiventreffen in der Akademie Waldschlösschen statt und dient der Auseinandersetzung mit aktuellen Themen im HIV/Aids-Kontext. Dabei stehen strategische Diskussionen für Aktivist*innen, die in der Selbsthilfe aktiv sind (oder waren), ebenso wie für Interessierte an Diskussionen innerhalb der Aids- und Selbsthilfe im Mittelpunkt. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie unter waldschloesschen.org.
18. Februar 2026 | Dortmund
Zentrale Ergebnisse der Evaluation des Prostituiertenschutzgesetzes
Das 2017 in Kraft getretene ProstSchG wurde in den letzten Jahren durch das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) evaluiert. Am 24. Juni 2025 wurde der Bericht dem Bundestag vorgelegt. Prof. Dr. Tillmann Bartsch, Projektleiter der Evaluation stellt die zentralen Ergebnisse jetzt vor. Eine Anmeldung bis zum 6. Februar ist erforderlich per Mail an info@mitternachtsmission.de. Anmeldungen werden in der Reihenfolge des Eingangs entgegengenommen und bestätigt.
14 März 2026 | Köln
HIV-KONTROVERS
Es ist wieder soweit: Zum neunten Mal laden die Aidshilfe NRW und die Deutsche AIDS-Gesellschaft unter dem Motto "Interdisziplinär - interaktiv - kontrovers!" zur Fachtagung HIV-KONTROVERS ein. HIV-Test für alle: Ja oder nein? Long-Acting versus Strong-Acting? Hepatitis C: Sofort behandeln oder warten wir erst einmal ab, bis sie chronisch wird? Sexkaufverbot: Ein klares Signal gegen Menschenhandel oder der schnellste Weg in die Illegalität? Chemsex - Slamsex: Kontrollierter Konsum, erfolgreiche Strategie oder lediglich Utopie? HIV-Impfstoffforschung: Hoffnung oder ewige Sackgasse? KI und HIV: Effizienzgewinn oder Ethikfalle? Diese und andere Fragen werden im Rahmen von HIV-KONTROVERS Expert*innen aus der Medizin, dem Öffentlichen Gesundheitsdienst, der Aidshilfe und Positiven-Selbsthilfe kontrovers diskutieren. Unter nrw.aidshilfe.de finden Sie weitere Informationen sowie die Möglichkeit, sich online zur Fachtagung anzumelden.
27. bis 29. März 2026 | Berlin
Münchner AIDS- und Infektiologie-Tage
Seit vier Jahrzehnten sind die Münchner AIDS- und Infektiologie-Tage eine der wichtigsten Plattformen für den interdisziplinären Austausch zu HIV, AIDS und Infektiologie. 2026 wird dieses besondere Jubiläum gefeiert – und das wieder zu Gast in Berlin! Weitere Informationen finden Sie unter aids-tage.de.
16. bis 19. April 2026 | Waldschlösschen
Bundesweites Treffen für HIV-Positive im Erwerbsleben
Die Bundesweiten Positiventreffen sind ein Fortbildungsangebot für Menschen mit HIV. Das Treffen für HIV-positive Menschen im Erwerbsleben behandelt Themen rund um das Leben mit HIV im Berufsleben. Dazu werden anregende und kommunikationsfördernde Methoden und Formate angeboten: Austausch im Umgang mit HIV am Arbeitsplatz, Resilienz im Arbeitsalltag, gesund arbeiten. Die Workshops sind interaktiv, eigene Fragen, Wissen und Anregungen können eingebracht werden. Weitere Informationen finden Sie unter waldschloesschen.org.
14. bis 17. Mai 2026 | Grünberg
Bundesweites Treffen positiver heterosexueller Frauen und Männer
Das Treffen dient dem Erfahrungs- und Wissensaustausch rund um den Alltag mit der HIV-Infektion. Zugleich erhalten die Teilnehmer*innen Einblick in die Ziele und Aufgaben des Selbsthilfenetzwerks, was vor allem für diejenigen wichtig ist, die zum ersten Mal dabei sind. Einander zuhören, sich gegenseitig informieren, miteinander arbeiten, befähigt, um in Selbsthilfegruppen vor Ort und in anderen gesellschaftlichen Zusammenhängen als kompetente Multiplikator*innen wirken zu können. Weitere Informationen finden Sie unter seminar.aidshilfe.de.
22. bis 25. Mai 2026 | Hamburg
Treffen für junge Erwachsene mit HIV von 18 bis 27 Jahren
Den richtigen Job, die eigene sexuelle und geschlechtliche Identität finden und lustvoll auszuleben, eine Zukunftsperspektive zu entwickeln oder in einem fremden Land zu leben, sind für viele junge Menschen spannende aber manchmal auch herausfordernde Aspekte des Lebens. Eine HIV-Infektion und damit das Leben mit einer chronischen Erkrankung stellt eine zusätzliche Herausforderung dar. Es ist jedoch meist nicht die Sorge vor Krankheit und Tod, die Menschen mit HIV verunsichern, sondern häufiger die Sorge vor Ausgrenzung, Ablehnung und Diskriminierung. An diesem Wochenende sind alle Menschen mit HIV zwischen 18 und 27 Jahren, die in Deutschland leben, eingeladen, sich unabhängig von geschlechtlicher und sexueller Identität oder Herkunft über ihre Perspektive auf die eigene HIV-Infektion, über die gemachten Erfahrungen und Strategien auszutauschen und voneinander zu lernen. Weitere Informationen finden Sie unter seminar.aidshilfe.de.
Ausschreibungen im Landesverband
Aktuelle Ausschreibungen der Aidshilfe NRW und ihrer Mitgliedsorganisationen sowie befreundeter Organisationen finden Sie unter ahnrw.de.
Der nächste Newsletter erscheint Ende Februar 2026
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese bis Mitte Januar per E-Mail an Petra Hielscher.