
Originalstoffvergabe
Diamorphin ist eine vollwertige Option im Rahmen einer schadensminimierenden Suchtmedizinischen Versorgung
Die diamorphingestützte Behandlung (medizinisch verabreichtes Heroin) ist eine sinnvolle und notwendige Ergänzung der Substitutionsbehandlung – vor allem für Menschen, bei denen Angebote wie Methadon oder Buprenorphin nicht ausreichend wirken. Diamorphin ist nicht als „letztes Mittel“, sondern als vollwertige Option im Rahmen einer bedarfsgerechten, schadensminimierenden Suchtmedizinischen Versorgung zu verstehen.
Diamorphin sollte dort eingesetzt werden, wo herkömmliche Substitutionsmedikamente die Lebenssituation und Gesundheit schwer abhängiger Menschen nicht ausreichend stabilisieren. Dabei steht im Vordergrund, Beikonsum, Beschaffungskriminalität und Risiken wie Infektionen oder Überdosierungen zu reduzieren und die Lebensqualität deutlich zu verbessern.
Forderungen der Aidshilfe
Angebote der Diamorphin-Behandlung müssen erweitert werden: Mehr Standorte, mehr Plätze und eine stärkere Verankerung im Regelsystem der Suchthilfe, statt eines seltenen Spezialangebots.
Gleichstellung mit anderen Substitutionsmitteln: Diamorphin soll rechtlich und praktisch ähnlich handhabbar sein wie Methadon & Co., nur mit den notwendigen Sicherheitsvorkehrungen für die Applikation.
Entstigmatisierung: Diamorphin-Patient*innen sollen nicht als „hoffnungslos“ abgestempelt werden und die Behandlung nicht als „Endstation“. Die Aidshilfe fordert eine respektvolle, nicht moralisierende Sicht auf diese Therapieform.


