
Substitution
Substitution muss ein niedrigschwelliges, bedarfsgerechtes und individualisiertes Angebot sein, damit möglichst viele Betroffene erreicht werden.
Substitution bedeutet, dass Menschen, die abhängig von Opioiden wie Heroin sind, ein ärztlich verordnetes Ersatzmedikament (z.B. Methadon, Levomethadon, Buprenorphin oder retardiertes Morphin) erhalten, welches kontrolliert dosiert wird. Ziel muss heutzutage nicht mehr die Abstinenz sein, sondern zunächst Stabilisierung, Schadensminderung und eine Verbesserung der Lebenssituation.
Substitutionsmittel haben eine längere Wirkdauer, kommen ohne Verunreinigungen aus und werden meist oral eingenommen, sodass Spritzen und damit verbundene Risiken entfallen. Dadurch werden Entzugssymptome unterdrückt, das Verlangen nach Heroin sinkt, und der Alltag wird planbarer.
Es gibt ein deutlich geringeres Risiko für Überdosierungen und für Infektionen mit HIV, Hepatitis B und C, weil nicht mehr (oder weniger) mit illegalisierten, verunreinigten Substanzen und ggfls. unsauberen Spritzen konsumiert wird. Auch die Verbesserung der körperlichen und psychischen Gesundheit, z.B. durch Wegfall von Beschaffungsstress und stabilere Tagesstruktur kann so gelingen. Zudem die Entlastung in sozialen und finanziellen Bereichen: weniger Beschaffungskriminalität, mehr Möglichkeiten für Arbeit, Ausbildung und Beziehungen.
Forderungen der Aidshilfe
Substitution muss ein niedrigschwelliges, bedarfsgerechtes und individualisiertes Angebot sein, damit möglichst viele Betroffene erreicht werden. Dazu gehören u.a. Forderungen nach mehr Ärztinnen und Ärzten, die substituieren, weniger bürokratischen Hürden, flexibleren Vergabezeiten und guter psychosozialer Begleitung. Außerdem setzen sich Aidshilfen dafür ein, dass Substitution als reguläre, von den Krankenkassen finanzierte Regelversorgung verfügbar ist – auch im ländlichen Raum und in Haft – und dass Patient*innen respektvoll, ohne Stigmatisierung und mit echter Beteiligung an Therapieentscheidungen behandelt werden.


