Aktuelle Themen im Journal Herzenslust
Hier findest du Beiträge zu unterschiedlichen Themen aus den Bereichen queeres Leben, sexuelle Gesundheit, Prävention und vieles mehr. Dieser Bereich ist derzeit noch im Aufbau. In den kommenden Wochen werden hier mehr an Beiträgen veröffentlichen.
Perverse Situationen
Vor 55 Jahren hatte der Film „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ von Rosa von Praunheim Premiere
Der Film des Regisseurs Rosa von Praunheim aus dem Jahr 1971 ist genauso sperrig wie sein Titel. Aus der heutigen Perspektive irritiert vor allem die laienhafte Sprache. Es gibt kaum Dialog im Film, die meisten Sätze klingen theaterhaft auswendig gelernt und man kann die regionale Herkunft der Darsteller erahnen. Der Tonfall der unterschiedlichen Sprecher im Voiceover erinnert an einen Naturfilm, bei dem eine exotische Spezies ausführlich beschrieben wird. Die Räume wirken mit ihrem bürgerlichen Ambiente, den gemusterten Vorhängen, Blumenvasen und Sammeltassen wie ein spießiger Albtraum. Im Hintergrund erklingt der Alexandra-Schlager „Was ist das Ziel?“.
Mehr als nur Durchgangsverkehr
Sex und Gespräche auf dem Cruisingparkplatz
2026-07-06
Auch, oder vielleicht gerade weil, die Tage jetzt wieder kürzer werden, müssen wir übers Cruising sprechen. Outdoorsex ist eigentlich eine typische Sommeraktivität, wenn auch mittlerweile fast ein bisschen in Vergessenheit geraten. Cruising nennt man die Suche nach Sex mit anderen Männern im öffentlichen Raum oder im Darkroom. Begegnungen in abgelegenen Ecken von Grünanlagen, auf öffentlichen Toiletten und einschlägigen Autobahnrastplätzen sind so etwas wie der Unique Selling Point schwuler Sexkultur – ein Phänomen, auf das heterosexuelle Männer mitunter ungläubig bis neidisch reagieren. Einfach irgendwohin zu fahren, um Sex zu haben, ist für die meisten eine verlockende Vorstellung.
Do ask, do tell!
Viel Mut und erhebliches Fingerspitzengefühl
2026-06-20
Was , wenn der Staat von uns Auskunft verlangt, mit uns über Sex, Sexpartner und Präferenzen sprechen will? Bei der Anerkennung der sexuellen Identität als Asylgrund etwa folgt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) starren Regeln. Der Antragsteller muss ausführlich und detailliert über sein Coming-out berichten und über die Ereignisse, die dazu geführt haben, dass er sein Land verlassen musste „Das können viele erst einmal nicht – aus psychischen, kognitiven und kulturellen Gründen", sagt Amit Marcus. Er arbeitet für die Aidshilfe Düsseldorf und berät schwule und bisexuelle Geflüchtete und Migrant*innen im Projekt PRADI, kurz für Prävention, Antidiskriminierung und Integration.
Wenn der Kunde nicht nur für Sex bezahlt
Sexwork und Substanzkonsum
2026-06-08
Chemsex ist eine freie Entscheidung. Sollte man denken. Klar, es gibt den Faktor Peer Pressure, und die Umstände spielen natürlich auch eine Rolle. Aber im Idealfall entscheide ich selbst, ob und was ich mit wem nehme. Aber was, wenn jemand anderes dafür bezahlt, dass ich konsumiere? Nicht nur für Tina, G oder K – sondern vielmehr dafür, dass ich das Zeug überhaupt nehme. Die Risiken beim Chemsex sind so bekannt wie vielfältig: körperliche und psychische Abhängigkeit, Zahn- und Nasenprobleme, sozialer Rückzug. Dazu kommt durch beeinträchtigte Wahrnehmung ein erhöhtes Infektionsrisiko, etwa für Hepatitis C. Das alles muss nicht passieren – aber es kann passieren, wenn die Kontrolle verloren geht.
Cologne Fetish Pride
Zugehörigkeit und Gemeinschaftsgefühl in den Communities
2026-05-20
Vom 21. bis 25. Mai 2026 findet der Cologne Fetish Pride statt. 25 eigene Events verspricht der Veranstalter Rheinfetisch, zuzüglich der Angebote von Partner-Organisationen. Neben den üblichen Sex-Events gibt es einen Flohmarkt, eine Bootsfahrt und einen Brunch am Pfingstmontag. Klingt ein bisschen nach Pfarrfest. Wie passt das alles zu den strammen Kerlen in Leder, den Doms und Subs, den Puppys und den Liebhabern von Elektrosex? Eigentlich sehr gut. Denn die Fetisch-Szene spiegelt nicht nur die Vielfalt sexueller Präferenzen, sondern eben auch den ganz normalen Alltag. Fisten und Flohmarkt, Bondage und Brunch schließen einander nicht aus – sie gehören zusammen.
IDA was?
Am 17. Mai ist IDAHOBITA*
2026-05-17
Dabei geht es nicht um Hobbits, jene menschenähnlichen Wesen aus Mittelerde, die in den Büchern von J. R. R. Tolkien zu finden sind und deren Gedenktag der 22. September ist. Es geht auch nicht um Idaho, den 43. Bundesstaat im Nordwesten der USA, der stramm republikanisch geprägt und vor allem für seine Kartoffeln bekannt ist. Die Homepage der Bundeszentrale für Politische Bildung erklärt anschaulich, worum es sich genau handelt, nämlich den „International Day Against Homophobia, Biphobia, Interphobia & Transphobia“, an dem an die Diskriminierung von Menschen, „deren sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität nicht der heterosexuellen Norm entspricht“ erinnert wird.
merk|würdig für Frank Przibylla
Für ehrenamtliches Engagement
2026-04-15
Frank Przibylla erhielt am 14. April 2026 den Ehrenamtspreis merk|würdig. Als Frank Przibylla im Jahr 2005 auf dem CSD-Empfang für sein ehrenamtliches Engagement als einer der Ersten die Kompassnadel des damals noch Schwulen Netzwerks NRW, dem heutigen Queeren Netzwerk, erhielt, gehörte er schon zu den „alten Hasen“ des Verbands. Fast 50 Jahre ist es her, dass der zwar in Gelsenkirchen geborene, aber in Dortmund aufgewachsene Justizfachwirt mit seinem Coming-out als schwuler Mann im Kommunikationscentrum Ruhr, kurz KCR, ankam und sich dort ununterbrochen engagiert hat.







